Seit 2 Wochen stehe ich also wieder einmal im Dienste der Schweizer Armee. In Krattigen BE am Thunersee absolviere ich derzeit einen KVK/WK zu Gunsten der HQ Tm Kp 22/3.
Der KVK in der ersten Woche war sehr interessant. Die eigene Militarisierung verlief in gewohntem Rahmen und ohne nennenswerte Zwischenfälle. Die langfristig angekündigte und wie das Schwert des Damokles über der Kompanie hängende Inspektion durch den Brigadekommandanten verlangte allerdings einiges an zusätzlicher Planung. Es war wie üblich der eine oder andere Soldat zu erwarten, der beim Gewehr das gefährliche Ende nicht vom Kolben unterscheiden kann. Trotzdem blieb an den Abenden die eine oder andere kurzweilige Stunde, während der vom ganzen Kader dem neuen Volkssport Poker gefrönt werden konnte.
Seit einer Woche bin ich nun als Zugführer des Kommando Zuges für die Führung und Ausbildung eines mehr oder minder motivierten Haufens von Soldaten zuständig, deren einzige Motivation in den ersten Tagen die Aussicht auf die nächste Zigarettenpause zu sein schien. Unter dem Kommando eines militanten Nichtrauchers musste sich allerdings der eine oder andere Kettenraucher schnell damit abfinden, dass er die kommenden drei Wochen nicht an einem Kindergeburtstag verbringen würde. Um im Hinblick auf die drohende Inspektion gleich von Anfang an die Weichen in die richtige Richtung stellen zu können, musste zudem gleich von Beginn weg seriös gearbeitet und ausgebildet werden. Ich bin aber überzeugt, dass die Soldat trotz der einen oder anderen Unannehmlichkeit des militärischen Alltags auch eine solide Ausbildung geniessen dürfen und nach dem WK von ein paar spannende Episoden berichten können.
to be continued…
Zum letzten Mal verliess ich heute die Tiefgarage am Landgrabenweg 151 und machte mich auf den Heimweg. Mit der Fahrt über die Schwelle der Ausfahrt dämmerte es mir langsam, dass meine Zeit im Dienste des Magenta T nun tatsächlich schon vorbei war. Der abrupt einsetzende Radioempfang machte es dann klar: “Why do all good things come to an end?” ertönte auf SWR3. Damn you, Nelly Furtado! Die Kilometeranzeige meines Fiat Puntos sprang in diesem Moment auf exakt 64′000km. Vielleicht ein Zeichen…